Stiftung DHD fördert Forschung zu Biglykan und Atheroprogression mit 20.000 Euro



Das Stipendium der Stiftung DHD ging an die Biologin Ariane Melchior-Becker vom Universitätsklinikum in Essen. Sie möchte den potentiellen Nutzen von Biglykan zum Schutz vor Atherosklerose und Insulinresistenz überprüfen.

v.l.n.r.: Dr. Michael Krekeler (Bristol Myers Squibb), Dr. Tanja Plate (Astra Zeneca), Stipendiatin Ariane Melchior-Becker (Institut für Pharmakologie, Uniklinik Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Dr. Diethelm Tschöpe (Vorsitzender der Stiftung DHD)
v.l.n.r.: Dr. Michael Krekeler (Bristol Myers Squibb), Dr. Tanja Plate (Astra Zeneca), Stipendiatin Ariane Melchior-Becker (Institut für Pharmakologie, Uniklinik Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Dr. Diethelm Tschöpe (Vorsitzender der Stiftung DHD)

Innovative Forschungsideen werden von der Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker) mit einem Stipendium unterstützt. Die mit 20.000 Euro dotierte Förderung gewann in diesem Jahr Ariane Melchior-Becker vom Institut für Pharmakologie am Klinikum der Universität Duisburg-Essen.

 

Die Doktorandin überprüft die Rolle und pharmakologische Beeinflussung des Proteins Biglykan in einem murinen Modell der Insulinresistenz und Atheroprogression. Bereits in Vorversuchen mit Biglykan-defizienten Mäusen hatten sich Zusammenhänge  zwischen dem Protein und dem Metabolismus gezeigt, die darauf schließen lassen, dass Biglykan das Potential besitzt, vor einer sich verschlechternden Insulinsensitivität und Atherosklerose zu schützen. In ihrer Arbeitshypothese geht die Biologin davon aus, dass eine Herabregulation von Biglykan die Atheroprogression beschleunigt und die Glukoseintoleranz verstärkt. Dafür sollen die molekularen Mechanismen und die beteiligten Zelltypen, die noch weitgehend unbekannt sind, identifiziert werden. „Das geplante Forschungsprojekt von Ariane Melchior-Becker ist ein vielversprechender, innovativer Ansatz, der langfristig eine Verbesserung in der Behandlung des Diabetes mellitus in Aussicht stellt“, begründete der Vorsitzende der Stiftung DHD Prof. Dr. Dr. Diethelm Tschöpe die diesjährige Entscheidung der Preisjury. „Die Stipendiatin wird in ihrem Projekt unter anderem die Effekte von Sulfonylharnstoffderivaten und neuen oralen Antidiabetika wie Inkretinmimetika auf die Expression von Biglykan untersuchen, was therapeutische Konsequenzen haben könnte“, sagte Endokrinologe Tschöpe, der auch Direktor des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen ist.

 

Das Forschungsvorhaben der Pharmakologin gliedert sich in drei Arbeitsschritte. Zunächst soll in vivo die Expression und Regulation von Biglykan im murinen Modell des Diabetes mellitus Typ 2 untersucht werden. Im zweiten Schritt wird in vivo der Einfluss von oralen Antidiabetika (Sulfonylharnstoff, Dipeptidylpeptidase 4 Inhibitor) auf die Regulation und Expression von Biglykan geklärt. Die immunhistologischen Untersuchungen umfassen Aorta (A. brachiocephalica), Fettgewebe (visceral, pericardial, periaortal) und RNA-Analyse. Auch Insulinspiegel, Blutfette, Zytokine und Wachstumsfaktoren werden bestimmt. In vitro soll im letzten Schritt die Expression und Regulation von Biglykan während der Differenzierung zu Adipozyten analysiert werden. Das beinhaltet mechanistische Untersuchungen an kultivierten Adipozyten zur Bedeutung von Biglykan für die endokrine Funktion der Adipozyten (TNF-a, Leptin, Adiponectin). Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Rolle von Biglykan für die Entstehung und Progression des Typ 2 Diabetes zu untersuchen, die Regulation des Proteins zu klären und neue pharmakologische Zielstrukturen zu finden.


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