Preisträger 2005



Dr. Nikos Werner

Die Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" kann auch im 6. Jahr ihres Bestehens den jährlich ausgelobten Förderpreis nach hochklassigem wissenschaftlichem Wettbewerb im Jahre 2005 vergeben.

 

Preisträger ist Herr Dr. Nikos Werner aus der Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Nickenig am Universitätsklinikum Bonn, der sich mit einer grundlagenwissenschaftlichen Arbeit zur Rolle von endothelialen Progenitorzellen im atherosklerotischen Geschehen beworben hatte. Hintergrund der Arbeiten ist die Annahme, dass zirkulierende, stammzellabhängige Vorläuferzellen –die endothelialen Progenitorzellen- zum Ersatz beschädigter Endothelzellen herangezogen werden könnten und somit ein hohes angiogenetisches Reparaturpotenzial besitzen.

Diabetiker weisen niedrigere Spiegel endothelialer Progenitorzellen auf und ebenso nimmt mit zunehmender Zahl der Risikofaktoren für eine KHK der Gehalt dieser Stammzellen ab. In einem Tiermodell konnte Dr. Werner die schnellere Endothelialisierung nach Gabe von Milz-ständigen Progenitorzellen als Reaktion auf mechanische Endothelschädigung belegen. Eine Behandlung mit Statinen wirkte sich positiv auf die Reendothelialisierung aus.

Zusätzlich liefern die Arbeiten von Dr. Werner neue molekulare Anhaltspunkte, warum körperliche Aktivität zur Verbesserung der kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisrate und der Endothel-abhängige Vasorelaxation führt. In einem Mausmodell konnte gezeigt werden, dass körperliche Aktivität die Zahl zirkulierender endothelialen Progenitorzellen erhöht. Insgesamt scheinen also Wachstumsfaktoren, körperliche Aktivität sowie Statin-Therapie den Gehalt zirkulierender endothelialer Progenitorzellen positiv zu beeinflussen, während kardiovaskuläre Risikofaktoren als konzentrationserniedrigend erscheinen.

Die "Endothelial Progenitor Cells in Patients with Coronary Artery Disease (EPCAD)-Studie" hat zum Ziel, die Beteiligung von endothelialen Progenitorzellen (EPC) an der Endothelreparatur bei Patienten mit kardiovaskulärem Ereignis zu zeigen. Erste Resultate, die bereits im Nachgang der Antragstellung im New England Journal of Medicine publiziert wurden, zeigen, dass sich endotheliale Progenitorzellen an der Gefäßwandhomeostase beteiligen, und dass eine enge Interaktion zwischen Endothelzellapoptose und –Regeneration besteht. EPCs integrieren die komplexen Interaktionen multipler kardiovaskulärer Risikofaktoren und vaskuloprotektiver Substanzen in einem zelluklären Marker und können somit als prädiktiver Risikomarker für kardiovaskuläre Ereignisse angesehen werden.

 

Die Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" würdigt mit Ihrem 6. Preisträger in diesem Jahr wieder Beiträge aus der Grundlagenforschung, die neue Konzepte und Visionen im pathophysiologischen Verständnis und möglicher Weise der Behandlung von Patienten mit Diabetes und Gefäßkrankheiten haben werden. Dabei lässt sich mit dem hier geförderten Forschungsprojekt insbesondere die in Deutschland vorhandene vitale Aktivität im Bereich der Herz- und Stoffwechselforschung dokumentieren, die wesentliche Beiträge zur zukünftigen, gewünschten Weiterentwicklung zelltherapeutischer Therapieansätze leisten kann. Ausdrücklich positioniert sich die Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" in der Deutschen Diabetes-Stiftung als Förderer und Ideenträger auch im Bereich der Grundlagenforschung, die zur verbesserten Betreuung und Versorgung dieser besonders problematischen Patientengruppe dringend gebraucht wird.

 

Die Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" ist eine themenbasierte Tochterstiftung der Deutschen Diabetes-Stiftung, die 1999 vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden dramatischen epidemiologischen Entwicklung unserer Bevölkerung ins Leben gerufen wurde. Die Deutsche Diabetes-Stiftung entwickelt mit dem Konzept der Tochterstiftung Schwerpunkte, sich im weiten Themenfeld der klinischen Diabetologie als Schnittstelle zu den entsprechenden Fachgesellschaften, Experten sowie politischen Entscheidungsträgern zu positionieren. Öffentlichkeitsarbeit auf der Ebene der Bevölkerung, der Patienten sowie aller Berufsgruppen, die mit einer optimalen Diabetikerversorgung betraut sind, ist dabei eine vorrangige Aufgabe.

Die Möglichkeit, den wissenschaftlichen Förderpreis zum 6. Mal in einem hochklassigen, wissenschaftlichen Wettbewerb verleihen zu können, verdient nach Auffassung der gesamten Preisjury nachhaltige Aufmerksamkeit insofern, als damit dokumentiert wird, dass sie in unserem Land in der gemeinsamen Thematik zwischen Herz-, Gefäß- und Stoffwechselmedizin eine fruchtbare, kreative Forschungslandschaft hat, die sich durch die Fortsetzung des Förderpreisprojektes weiter verfestigen wird. Hierzu gehört ausdrücklich auch die gute, faire und transparente Zusammenarbeit aller Partner, was ausdrücklich auch die pharmazeutische Industrie einschließt, was durch die langjährige Förderung dieses Preisprojektes durch die Firma Sanofi-Aventis beispielhaft dokumentiert wird.

 

In diesem Sinne lobt die Stiftung bei gleicher Gelegenheit zu bekannten Regularien den Förderpreis 2006 aus und fordert alle Interessierten auf, sich mit Arbeiten gemäß den Statuten bis 30. September 2006 zu bewerben.


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