Insulinresistenz fördert Herzversagen - Stiftungspreis wurde in Mannheim vergeben



Erstmals verlieh die Stiftung DHD den Förder­preis für heraus­ragende Forschung bei der dies­jährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislauf­forschung e.V. (DGK). Der Preisträger heißt Dr. med. Christian Riehle. Er konnte die Insulin­resistenz als zentralen Mechanismus für Herz­versagen identifizieren.


Dr. med. Christian Riehle hat den Förderpreis der Stiftung DHD für herausragende Forschung erhalten (© Universitätsklinikum Homburg/ Saar)
Dr. med. Christian Riehle hat den Förderpreis der Stif­tung DHD für heraus­ragen­de For­schung erhalten (© Univer­si­täts­klinikum Homburg/Saar)

Exzellente Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Stoffwechsel- und Gefäßmedizin werden mit dem Förderpreis der Stiftung DHD ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal bei der DGK-Tagung Ende April in Mannheim vergeben.

„Grund dafür ist, dass sich der Laureat derzeit als DFG (Deutsche Forschungs­gemeinschaft)-Stipendiat in Iowa City (USA) befindet, aber beim Kardiologenkongress hier in Deutschland ist“, erklärte der Vorsitzende der Stiftung DHD, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe aus Bad Oeynhausen, zu Beginn seiner Laudatio.

 

Im Forschungsinteresse von Dr. med. Christian Riehle liegt das Thema Herzinsuffizienz und damit einher­gehende Veränderungen von myokardialer Energetik und Metabolismus. Schon während seiner medizinischen Ausbildung in Freiburg hat der Preisträger mehrere Stipendien erhalten. Aktuell nimmt Riehle seinen zweiten Forschungs­aufenthalt in den USA wahr, bis 2015 wird er an der University of Iowa bleiben. Zuvor war der Preisträger als Assistenzarzt in der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie am Universitäts­klinikum Homburg/Saar tätig. Klinikdirektor Prof. Dr. med. Michael Böhm beschreibt ihn als Mediziner, der zum engsten Kreis der jungen klinisch engagierten Wissenschaftler gehöre.

 

Den Förderpreis der Stiftung DHD hat der 30-Jährige nun erhalten, weil er belegen konnte, dass die myokardiale Autophagie durch Insulin-Rezeptor-Substrate (IRS) reguliert wird. Autophagie ist ein zellulärer Recycling-Mechanismus, der abhängig vom Ausmaß sowohl protektiv als auch schädlich sein kann. Riehle konnte die Insulin­resistenz als Schlüssel­mechanismus für erhöhte Autophagieraten identifizieren. Die Daten seiner Forschungs­arbeit zeigen, dass Autophagie in gesteigertem Maße das Auftreten von Herzversagen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes beschleunigt. Eine mögliche Therapie könnte die Unterdrückung der Autophagie in IRS-defizienten Herzen sein.

 

Die von der Stiftung DHD prämierte Arbeit des Laureaten trägt den Titel „Insulin Receptor Substrate Signaling Suppresses Autophagy in the Heart“.

 

Der DHD-Förderpreis wurde am Samstag, den 26. April 2014, in der Sitzung „Diabetes, Lipide und Koronarrisiko: Neue Studienergebnisse“ (Saal 6) bei der 80. Jahrestagung der DGK in Mannheim verliehen.



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